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Oberwart: Nur 5% wurden bei Studie positiv auf Antikörper getestet! Die Stadtgemeinde Oberwart hat in Zusammenarbeit mit dem Oberwarter Spezialisten Univ.Prof. Dr. Dietmar Poszvek (UFES) eine Antikörper-Studie durchgeführt. Ziel war es unter anderem auch, herauszufinden, wie viele Personen mit dem Coronavirus infiziert wurden und keine entsprechenden Symptome aufgewiesen haben. 879 Proben wurden für die Studie ausgewertet, 47 Personen wurden dabei positiv getestet. Ungefähr die Hälfte davon gab an, keinerlei klinische Symptome und Erkrankungen bemerkt zu haben.

 

Oberwart: Nur 5% wurden bei Studie positiv auf Antikörper getestet

Die Stadtgemeinde Oberwart hat in Zusammenarbeit mit dem Oberwarter Spezialisten Univ.Prof. Dr. Dietmar Poszvek (UFES) eine Antikörper-Studie durchgeführt. Ziel war es unter anderem auch, herauszufinden, wie viele Personen mit dem Coronavirus infiziert wurden und keine entsprechenden Symptome aufgewiesen haben. 879 Proben wurden für die Studie ausgewertet, 47 Personen wurden dabei positiv getestet. Ungefähr die Hälfte davon gab an, keinerlei klinische Symptome und Erkrankungen bemerkt zu haben.

Das Ergebnis der Oberwarter Studie zeigt, dass noch keine große Verbreitung des Virus vorliegt, offenbar weil die Bevölkerung gut darin ist, sich vor Ansteckungen zu schützen. 5% der getesteten Personen hatten einen positiven Antikörpernachweis. Diese Zahl ist drei Mal höher, als die offizielle Anzahl der registrierten infizierten Personen, wobei dies auch laut Dr. Poszvek auf zu wenig Abstrichtestungen zurückzuführen sein könnte. Ein interessantes Detail: Es ist laut Dr. Poszvek ein Faktum, dass Familienmitglieder einander anstecken können und dass „stille“ kontagiöse Träger zur Verbreitung des Virus wesentlich beitragen. Denn erhärtet hat sich durch die Testung in Oberwart die These, dass die mögliche Übertragung des Virus bereits vor Ausbruch entsprechender Symptome erfolgen könnte. „Das Risiko eines neuerlichen Clusterausbruchs besteht weiterhin, hier sollte neben Umsicht auch weiterhin auf strikte Einhaltung der Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung gesetzt werden“, erklärt Dr. Poszvek in seiner Schlussfolgerung der Studie.

Bürgermeister LT-Präs. Georg Rosner betont die Besonderheit und Einzigartigkeit dieser Studie. Die Stadtgemeinde Oberwart hat auf Eigeninitiative eine Antikörper-Testung organisiert. Außerdem werden die Ergebnisse der Studie zur Feststellung der Immunitätslage gegenüber COVID-19 in Oberwart auch der Universität in Innsbruck zur Verfügung gestellt. Das wurde vom Bürgermeister in einem persönlichen Telefonat mit Univ.-Prof. Dr. Dorothee von Laer vereinbart. Die Studie stellt einen wichtigen Beitrag zur Planung des weiteren Vorgehens im Kampf gegen das Virus dar, so der Bürgermeister: „Die Bevölkerung hat die bisher getroffenen Schutzmaßnahmen der Bundesregierung sehr gut umgesetzt. Das hat uns vor dem Kollaps des Gesundheitssystems bewahrt und unser Land schnell aus der kritischen Phase gebracht. Ich weiß, dass es viele leid sind, Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Abstand zu halten, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir noch immer mit und in einer Pandemie leben. Das Oberwarter Ergebnis zeigt, dass wir uns nicht sicher fühlen dürfen und die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen helfen, die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen. Die Stadtgemeinde wird daher auch weiterhin in Abstimmung mit Land und Bund das Ziel verfolgen, einen neuerlichen Clusterausbruch und eine zweite Welle zu verhindern.“

Gemeindeärztin Vizebürgermeisterin Dr. Ilse Frühwirth, erklärt zum Ergebnis: „Die getroffenen Maßnahmen von Seiten der Bundesregierung, die auch von der Stadtgemeinde umgesetzt wurden, waren und sind richtig und möglichst alle sollten sich daran halten. Oberste Priorität muss sein, dass man einen neuen Clusterinfektionsherd und damit eine neuerliche Verbreitung mit Anstieg der Todesrate verhindert. Als Medizinerin appelliere ich an die Bürger*innen, dass sie die Maßnahmen weiterhin mittragen, damit wir alle gesund bleiben.“ Zusätzlich empfiehlt Dr. Frühwirth eine Influenza-Impfung durchführen zu lassen. Damit können schwere Erkrankungsfälle und daraus folgende Anfälligkeiten für andere Erkrankungen wie zB COVID-19 vermieden werden. Und das empfiehlt sie nicht nur für ältere Menschen.  

 

Informationen zur Studie (Kurzfassung)

Hauptziel der Studie ist die Determination der Prävalenz einer Serokonversion bei durch gemachter SARS-CoV-2 Infektion in Oberwart. Es soll eine Immunantwort mit Bildung von spezifischen Antikörpern sowohl in bestätigt durchgemachten Infektionen, wie auch in eventuell nicht dem SARS CoV-2 Virus zugeordneten leichten grippalähnlichen Infektion und ohne Symptome durchgemachte Infektionen charakterisiert werden.

Durch die Stadtgemeinde Oberwart wurden ca. 850 Personen eingeladen, freiwillig an der Untersuchung teilzunehmen. Weitere Personen wurden direkt im Labor Oberwart eingeladen. Personen unter 18 Jahren, sowie schwangere Frauen wurden nicht eingeladen. Der Einladung lag eine Information zur Erhebung sowie ein Fragebogen mit Einverständniserklärung zur Unterschrift bei. In der Woche 18 und 19 des Jahres 2020 erfolgte dann die Datensammlung durch Abgabe des unterschriebenen und ausgefüllten Fragebogens und Abnahme einer Blutprobe. Die serologische Auswertung erfolgte durch IMCL SYNLAB Wien. Verwendet wurde ein ELISA Assay.

Die positiv getesteten Ergebnisse wurden anschließend am Institut für Virologie Innsbruck (Universität Innsbruck) mit Hilfe des Elisa Abbott und des Neutralisationsverfahrens vergleichend getestet.

Für die Studie wurden 879 Proben gesammelt auf SARS-CoV-2 IgG Antikörper getestet. Das Testergebnis mit dem Euroimmun ELISA ist definiert mit: Index 0,0 - 0,7 Negativ Index 0,8 – 1,0 Grenzwertig, nicht sicher positiv Index 1,1 – >10 Positiv

Positiv auf SARS CoV2 wurden insgesamt 47 Personen getestet. Das sind 5,34 % ( 26 Frauen und 21 Männer ) repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.

Von den Personen, die keinerlei klinische Symptome und Erkrankung angaben wurden 22 Personen positiv auf SARS CoV-2 AK getestet (12 Frauen und 10 Männer). Diese hatten somit Kontakt zu SARS-CoV2 und bildeten Antikörper, sodass davon ausgegangen werden kann, dass diese Personen in einer bestimmten Zeitperiode als stille Träger kontagiös waren. Insbesondere waren davon im Index-Bereich 2-5 vier Personen, im Bereich 5-10 zwei Personen und im Bereich > 10 drei Personen betroffen, sodass zumindest diese Personen hoch ansteckend gewesen sein müssten, jedoch nicht selbst als Träger identifiziert wurden.

Mai 2020

pdf-Datei öffnet in neuem Fenster CoV19_Erhebung_Stadt_OW_2020.pdf183.7 kB