Stadt Oberwart RGB lowresSpatenstich in Oberwart, denn im Rathausgarten und auf der Grünfläche bei der Pinkabrücke in der Grazerstraße entstehen bunte Blumenwiesen.

Blumenwiese

 

 

 

In einem ersten Schritt werden die Grasnarbe und die obere nährstoffreiche Bodenschicht abgetragen und durch magere, sandige Erde ersetzt. Auf solchen mageren Böden entwickeln sich die artenreichsten Blühflächen. Eingesät wird im April und dann heißt es etwas Geduld haben, bis die ersten Blüten zu sehen sind.

Die Mischung macht’s

Bei der Anlage der Blumenwiesen ist die Wahl des richtigen Saatguts wichtig. Eine empfehlenswerte Bezugsquelle ist z. B. www.wildblumensaatgut.at. Viele der herkömmlichen Baumarkt-Mischungen enthalten nämlich vor allem kurzlebige Blumen, Gräser fehlen meist gänzlich. Erstmal angesät, sorgen Ringelblume, Klatschmohn und Co zwar bereits im ersten Jahr für eine regelrechte Farbexplosion, erinnern dabei aber eher an ein Blumenbeet oder ein Ackerfeld und haben mit einer standortgerechten Blumenwiese wenig zu tun. Zudem blühen die einjährigen Pflanzen, die in solchen Mischungen enthalten sind, nur einen Sommer lang und sterben danach ab. Die anfangs prachtvoll blühende Wiesen hüllt sich daher bereits im zweiten Jahr wieder überwiegend in schlichtes Grün. Damit die Blumenwiesen auch nach mehreren Jahren noch bunt blühen, werden in Oberwart standortgerechte Saatgutmischungen aus heimischen Wildblumen verwendet. Geduld ist aber gefragt, denn viele der Wiesenblumen wie Margeriten, Glockenblumen oder Scharfgarben sind mehrjährig und bilden im ersten Jahr nur Blätter aus. Ihre volle Blütenpracht entfalten die Wiesen daher erst ab dem zweiten oder dritten Jahr. Um aber bereits im ersten Jahr Farbe auf die Fläche zu bringen, werden in die Saatgutmischung auch einjährige Arten eingemischt und auf manchen Flächen auch Blumen gepflanzt.

Mehr Insekten für weniger Arbeit

Auch die richtige Pflege ist für die weitere Entwicklung der Wiesen entscheidend. Im Gegensatz zum Rasen, der mehrmals pro Jahr gemäht werden muss, werden die Blumenwiesen in Zukunft nur mehr ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Das spart nicht nur Arbeit, sondern versorgt auch Schmetterlinge, Hummeln und andere Insekten möglichst lange mit Nektar und Pollen. Außerdem haben die Samen Zeit auszureifen, was nicht nur für Wildblumennachwuchs sorgt, sondern auch samenfressenden Vögeln wertvolle Nahrung liefert. Nach dem Mähen wird das Schnittgut von der Fläche entfernt. Verbleibt abgeschnittenes Gras auf der Fläche, wirkt das wie Dünger, von dem vor allem die konkurrenzstärkeren Gräser profitieren würden. Nach und nach würde dann wieder das Einheitsgrün die Oberhand gewinnen und die zarten Wildblumen verdrängen.

So entstehen beständige und artenreiche Blumeninseln, die nicht nur zum bunten Blickfang in der Stadtgemeinde Oberwart werden, sondern auch wertvollen Rückzugsort für Bienen, Schwebfliegen und andere tierische Gemeindebewohner liefern.