Stadt Oberwart RGB lowresIm Rahmen des Projektes „Wir packen’s an! Oberwart fördert Artenvielfalt“ sollen Rasenflächen zu Blühflächen umgestaltet werden. Im Frühling beginnen die Arbeiten dafür, Anfang März gab es dazu eine Begehung.

 

Im Rahmen des Projektes „Wir packen’s an! Oberwart fördert Artenvielfalt“, das im vergangenen Jahr gestartet wurde, sollen Rasenflächen in der Stadt zu Blühflächen umgestaltet werden. Dieser Prozess, der mehrere Monate dauert, soll jetzt im Frühling gestartet werden. Am 1. März waren Mitarbeiter der beratenden Agentur suske (Naturschutz, ländliche Entwicklung, Kommunikation) mit Wirtschaftshof-Mitarbeiter Markus Obojkovits in der Stadt unterwegs, haben die Flächen besichtigt und gemeinsam erste Schritte der Umsetzung (Flächenumbruch und Aussaat der Blumenwiese) besprochen. Wichtig ist nicht nur das passende Saatgut, sondern auch die Pflege der Flächen - die Bewässerung im ersten Jahr und die richtige Mahd sind dabei entscheidend. Schon im Winter wurden erste Schritte bezüglich Artenschutz gesetzt - Testfläche war der Rathausgarten. Dort wurde das Laub zu großen Haufen zusammengetragen, um Marienkäfern und auch Igeln Schutz vor dem kalten Wetter zu bieten. Zudem wurden Vogelfutterstationen eingerichtet. Laufend wurden für die Bürger*innen Tipps zur richtigen Vogelfütterung im Winter veröffentlicht.

 

Am Foto v.l.: Wirtschaftshof-Mitarbeiter Markus Obojkovits, Mag. Claudia Schütz (suske) und Mag. Johannes Maurer (suske) im Rathaus-Garten

Wirtschaftshof-Mitarbeiter Markus Obojkovits, Mag. Claudia Schütz (suske) und Mag. Johannes Maurer (suske) im Rathaus-Garten

 

Wir packen’s an! Oberwart fördert Artenvielfalt

Bienen, Schmetterlinge und Co. werden immer weniger, vor allem weil geeignete Lebensräume immer weniger werden. Gleichzeitig betreut die Stadtgemeinde Oberwart viele Rasenflächen, die Insekten kaum Nahrung und Unterschlupf bieten. Oft ist Rasen praktisch, besonders dort, wo sich Kinder oder Menschen bewegen. Aber es gibt auch viele Flächen in der Gemeinde, auf denen Rasen keinen Nutzen hat und nur viel Pflegeaufwand erfordert. Solche Flächen werden von der Gemeinde Oberwart in bunte Rückzugsorte für Pflanzen und Tiere verwandelt. Unterstützung bekommt sie dabei von ExpertInnen von suske consulting, die Oberwart im Rahmen eines vom Land Burgenland und der EU geförderten Projektes bis Ende 2021 dabei beraten werden.

Blumenwiesen statt Einheitsgrün

Manche Flächen werden daher in Zukunft nicht mehr so aussehen, wie gewohnt. So wird beispielsweise der Rasen hinter dem Rathaus zu einem vielfältigen Schaugarten der Artenvielfalt umgewandelt: Auf einer bunten Blühfläche werden sich schon bald Insekten bei der Pollen- und Nektarsuche tummeln, Wildbienen im mehrstöckigen Insektenhotel ihr Quartier beziehen und während der kalten Wintermonate werden einheimische, beerentragende Sträucher sowie attraktive Futterstellen Vögel Nahrung bieten. Andere Flächenumgestaltungen, die im Laufe des nächsten Jahres an einigen Stellen in der Gemeinde stattfinden werden, werden hingegen nicht gleich so augenscheinlich sein. Besonders dort, wo sich standortangepasste Blumenwiesen entwickeln sollen, ist Geduld gefragt: Rasenflächen werden nicht von heute auf morgen zur blühenden Muttertagswiese!

Diese Lebensräume für Insekten werden in Zukunft seltener gemäht werden. Das empfindet so mancher vielleicht als ungepflegt oder schlampig. Aber genau diese scheinbare Schlampigkeit ist wichtig, damit die Natur hier ihre eigene Ordnung entfalten kann und aus kunstvollen Spinnenkokons, architektonisch gebauten Schmetterlingseiern oder aus in Reih und Glied abgelegten Eiern von Käfern neues Leben entsteht.

Gemeinsam anpacken

Im Rahmen des Projektes „Wir packen’s an! Gemeinden als Vorbilder für mehr Biodiversität.“ werden nicht nur Flächen umgestaltet. Werktage und gemeinsame Sonntagsspaziergänge informieren GemeindebürgerInnen über umgesetzte Aktivitäten und wie bereits kleine Maßnahmen die Artenvielfalt auch im eigenen Garten fördern können. Denn wenn wir es gemeinsam anpacken, kann in Oberwart ein blühender Rückzugsort für die burgenländische Tier- und Pflanzenwelt entstehen.